Auditorium Netzwerk | Fachvorträge, Einführungen und Fortbildungen aus zahlreichen Wissenschafts- und Lebensbereichen, Bibliothek und Kultur-Archiv wertvollen Menschheitswissens

Herausgeber: Dipl. Päd. Bernd Ulrich

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Auditorium Netzwerk Referent Alle Werke von Martin Rufer

Alle Werke von Martin Rufer


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Gibt es eine Partitur zwischen Manual und Bauchgefühl?

Martin Rufer

Im Zentrum einer systemisch-integrativen Theorie der Veränderung stehen nicht der Therapeut, sondern das komplexe Geflecht des therapeutischen Systems und seine selbstorgansierte Dynamik. "Heilen kann nicht mehr als exklusive Leistung einer heilenden Persönlichkeit gedeutet werden kann", wie Wolfgang Loth es treffend ausgedrückt hat. Zweifel gegenüber manualisierten Therapien sind also angebracht. Die Frage aber bleibt, wie denn Therapeuten und Klienten miteinander ins Spiel kommen. Gilt das Bauchgefühl oder etwas "Drittes" als Orientierung? Wer oder was sagt uns, dass wir mit dem, was wir in "Therapien machen" denn auch richtig liegen? Im Referat wird aufzuzeigen versucht, dass Therapeuten einen konzeptuellen "roten Faden" brauchen, der ihnen bei der Navigation helfen kann. Insbesondere dann nämlich, wenn leidende Menschen kommen und einfach ihren Problemrucksack ausleeren und dem Therapeuten Einblick in die Alltagsturbulenzen gewähren, ist man gefordert...


Eigentlich haben Sie gar nicht so viel gemacht!

Martin Rufer

Systemische Psychotherapie als Praxis der Selbstorganisation Praxisliteratur wie auch Fortbildungen hinterlassen oft den Eindruck, dass Therapie eine Sache der richtigen Methode oder Technik sei. Dem gegenüber stehen systemische Theorien der Selbstorganisation (Schiepek, Kriz), die Psychotherapie als Handeln in komplexen Systemen verstehen. So verstanden ist (systemische) Psychotherapie als Schaffen von Bedingungen für den Wandel aus dem Inneren eines Systems schulenunabhängig zu verstehen. Generische Prinzipien (Schiepek) dienen der TherapeutIn als "Partitur" im Navigieren durch Turbulenzen und psychische Krisen. "Es geht um die Notwendigkeit von Komplexitätsreduktion in Form eines Grundverständnisses der Systemzusammenhänge, um feine Dosierung der Eingriffe und Geduld" (Gerhard Roth). Dies verlangt vom Therapeuten als Kontext- Prozessgestalter und Gesprächskünstler Systemkompetenz...