Auditorium Netzwerk | Fachvorträge, Einführungen und Fortbildungen aus zahlreichen Wissenschafts- und Lebensbereichen, Bibliothek und Kultur-Archiv wertvollen Menschheitswissens

Herausgeber: Dipl. Päd. Bernd Ulrich

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Auditorium Netzwerk Fachkongresse 2013/10 - Symposium turmdersinne 2013 (Fürth)

2013/10 - Symposium turmdersinne 2013 (Fürth)


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Das Leib-Seele-Problem im 21. Jahrhundert

Christof Koch

Die biologischen Grundlagen des Bewusstseins Zu Beginn des dritten Jahrtausends versuchen Wissenschaftler zu verstehen, wie subjektive, phänomenale bewusste Empfindungen von hochorganisierter Gehirnmaterie hervorgebracht werden. Im Vortrag wird der Kenntnisstand der Anatomie und Physiologie des Bewusstseins zusammengefasst, die Grenzen unseres Wissens aufgezeigt und aktuelle Experimente mit Menschen, Affen und Mäusen vorgestellt, die die neuronalen Korrelate von Bewusstsein dingfest machen. Christof Koch beschreibt den vielversprechendsten theoretischen Zugang, der auf Schaltkreiskomplexität und Informationstheorie beruht, und daraus zieht daraus Folgerungen für Bewusstsein bei natürlichen und künstlichen Systemen. Eröffnungsvortrag beim Symposium turmdersinne "Bewusstsein - Selbst - Ich: Die Hirnforschung und das Subjektive" vom 04. - 06. Oktober 2013 in Fürth, ca. 77 Min. auf 1 CD oder 105 Min. (inkl...


Kultur und Kognition

Ulrich Kühnen

Wie das Selbst das Denken formt Wie beeinflusst die Kultur das Selbstkonzept einer Person? Welche Konsequenzen hat das Selbstkonzept für ihr Erleben und Handeln? Das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und sozialen Gruppen, denen er angehört, bzw. die relative Betonung von Autonomie vs. sozialer Eingebundenheit, stellen eine der wichtigsten Kulturdimensionen dar. Entlang dieser Dimension finden sich auch Unterschiede in den Selbstkonzepten der jeweiligen Kulturmitglieder. So können Personen sich selbst einerseits vorwiegend durch solche Aspekte definieren, die die eigene Unabhängigkeit betonen (etwa eigene Ansichten, Fähigkeiten oder Eigenschaften). Andererseits kann das Selbst durch solche Merkmale definiert werden, die den sozialen Bezug zu anderen Personen herstellen (z.B. eigene Gruppenmitgliedschaften oder soziale Rollen). Wann immer ein psychologischer Prozess die eigene Person betrifft, wirkt sich der Unterschied in den Selbstkonzepten auf das Ergebnis aus...


Traum und Bewusstsein

Ursula Voss

Wieviel Selbst steckt im Traum? Geschichten und Bilder, die unser Gehirn nachts während des sogenannten Rapid-Eye-Movement-Schlafs generiert, sind meist bizarr und befremdlich. Zugleich fühlen sie sich jedoch auch vertraut an. Wir wissen während des Traums, von wem wir gerade träumen, und doch sieht der/diejenige ganz anders aus als in Wirklichkeit. Wir erkennen die Umgebung, in der wir uns befinden, obgleich wichtige Elemente fehlen oder verändert sind. Unser Handeln im Traum stellen wir nicht in Frage, trotz offensichtlichem Mangel an Logik und Moral. So ist es beispielsweise nicht ungewöhnlich, dass wir im Traum Dinge miteinander verknüpfen, die Jahrzehnte auseinander liegen. Auch sind viele Träume aggressiven Inhalts. So werden wir ebenso scheinbar grundlos von Angreifern oder Ungeheuern bedroht wie wir ohne Reue oder schlechtes Gewissen Anderen Gewalt antun. Typischerweise fragen wir nachts nicht nach dem "Warum". Diese Frage stellen wir erst nach dem Erwachen...


Mythos Determinismus

Brigitte Falkenburg

Wieviel erklärt uns die Hirnforschung? Die Ansätze der Hirnforscher, unser Bewusstsein und seine kognitiven Leistungen zu erklären, stammen aus dem Methodenarsenal der Physik, Chemie und Biologie. Doch die dort üblichen Schlüsse vom Ganzen auf seine Teile und zurück oder von Wirkungen auf ihre Ursachen und zurück stoßen hier auf ihre Grenzen. Das Bewusstsein ist kein Teil des Gehirns; und wie es durch die neuronalen Aktivitäten im Gehirn erzeugt wird oder umgekehrt auf diese zurückwirken mag, ist unbekannt. Die "mechanistischen" Erklärungen der Neurobiologie führen hier so wenig weiter wie der Informationsbegriff; die Information, die das neuronale Netz in unserem Kopf prozessiert, ist ja nicht unbedingt dasselbe wie die Information, die wir bewusst verstehen...


Das Ich im Hirnscanner

John-Dylan Haynes

Fakt und Fiktion beim Auslesen (un-)bewusster Gedanken Die Möglichkeit, die Gedanken einer Person zu lesen, hat Menschen seit alters her fasziniert. Mit modernen Hirnscannern, den Kernspintomographen, ergibt sich nun die Möglichkeit zu einem direkten Blick ins Gehirn. Computer können dazu trainiert werden, mit einer beachtlichen Genauigkeit die Gedanken einer Person aus ihrer Hirnaktivität zu entschlüsseln. Obwohl die Auflösung der Hirnscanner begrenzt ist, können sogar unbewusste Denkprozesse und freie Entscheidungen aus den Hirnaufnahmen ausgelesen werden. Allerdings ist diese Forschung vom echten Gedankenlesen noch weit entfernt. Das wichtigste Problem ist, dass wir erst noch lernen müssen, die Sprache des Gehirns, den Gedankenkode, zu verstehen...


Selbstbewusstsein ohne Ich

Ansgar Beckermann

Wie kognitive Wesen lernen, sich als Teil der Welt zu sehen Was sehe ich, wenn ich in den Spiegel schaue? Mein Ich? Mein Selbst? Nein, ich sehe mich, nur mich - das Lebewesen, das ich bin. Dass es in jedem Menschen, sozusagen als inneren Personenkern, ein Ich oder Selbst gibt, das wie ein Operator in einer Schaltzentrale das ganze Denken und Handeln dieses Menschen steuert, ist eine Annahme, die sich erst im 17. Jahrhundert entwickelt und die - als massiver philosophischer Irrtum - eine Menge Unheil angerichtet hat. Aber wenn es kein Ich und kein Selbst gibt, was kann dann Selbstbewusstsein bedeuten? Viele Lebewesen - auch wir Menschen - sind kognitive Wesen, die, um angemessen in ihrer Umwelt agieren zu können, diese Umwelt repräsentieren müssen. Wir müssen herausfinden, welche Dinge es in unserer Umwelt gibt, was das für Dinge sind, welche Eigenschaften sie besitzen und in welchen Beziehungen sie zueinander stehen...


Ignoramus - et ignorabimus?

Norbert Bischof

Warum das Leib-Seele-Problem noch längst nicht gelöst ist Neben quantenmechanischen und relativistischen Effekten ist auch die Beziehung zwischen Materie und Bewusstsein ein Problemfeld, auf dessen Klärung niemals ein Selektionsdruck lastete, sodass sich für seine Behandlung keine anschaulich plausiblen Denkkategorien ausgebildet haben. Im Unterschied zur Physik, die aus dieser Mangelsituation die theoretischen Konsequenzen gezogen hat, beharren Hirnforscher bisher darauf, das Leib-Seele-Problem in der naiv-evidenten Kategoriensprache der klassischen Physik zu diskutieren. Auf diesem argumentativen Niveau können essentielle Fragen aber noch nicht einmal gestellt, geschweige denn beantwortet werden. Der Vortrag umreißt einige dieser Problemfelder und wirft insbesondere die Frage auf, ob eine Psychophysik, die das Bewusstsein als Epiphänomen neuronaler Prozesse beschreibt, eine unzulässige Gleichsetzung physikalischer und phänomenaler Zeit zu vermeiden vermag...


Der ganz normale Wahnsinn

Henrik Walter

Bewusstsein, Hirnforschung und psychische Erkrankung Werden wir menschliches Denken, Fühlen und Erleben jemals wissenschaftlich vollständig erklären können? Darüber lässt sich im Lehnstuhl trefflich streiten: "Du bist Dein Gehirn!" sagen die einen; "Die Existenz von neuronalen Korrelaten des Geistigen ist trivial!" die anderen. Trotz einer Vielzahl unterschiedlicher Positionen zu psychischen Erkrankungen ist es inzwischen unbestritten, dass psychische Erkrankungen immer auch mit entsprechenden Hirnveränderungen einhergehen, und jede Form der Therapie, auch die Redekur, nur über ihre Einwirkung auf das Gehirn Effekte haben kann. Deswegen können wir etwas über den menschlichen Geist aus der biologischen Psychiatrie lernen. Henrik Walter stellt die aktuelle Diskussion um das psychiatrische Diagnosesystem vor, erläutert den Ansatz der biologischen Psychiatrie, zeigt neuartige Methoden und aktuelle Erkenntnisse aus der biologischen Psychiatrie auf...


Narkose - Koma - Wachkoma

Frank Erbguth

Erkenntnisse zum "abgeschalteten" Bewusstsein Es gibt unterschiedliche Zustände, in denen unser Bewusstsein "abgeschaltet" zu sein scheint: (1) in natürlicher Weise im Schlaf (griech. "Hypnos"; in der Antike der Bruder des Todes Thanatos und Vater der Träume), (2) bei Schädigungen des Gehirns im Koma (griech. "tiefer Schlaf") und (3) bei einer Narkose ("künstliches Koma") in Form unterdrückter Hirnaktivität durch zugeführte Substanzen. Der Begriff "Wachkoma" ist unglücklich gewählt, da er zwei widersprüchliche Zustandsbezeichnungen enthält. Gemeint ist die Kombination geöffneter Augen als Signal für Wachheit bei gleichzeitig komplett aufgehobener Reaktivität als Zeichen der Bewusstlosigkeit (= Koma). Oft besteht eine Begriffsverwirrung bei der korrekten Bezeichnung von Gehirnschädigungen mit Auswirkungen auf Wachheit und Bewusstsein: die Bedeutungen von "Koma", "Wachkoma", oder sogar dem "Hirntod" werden vermischt oder verwechselt...


In unserem Kopf geht es anders zu, als es uns scheint

Wolf Singer

Unsere Intuition legt nahe, dass es in unserem Gehirn eine Instanz gibt, die über alle im Gedächtnis gespeicherten und durch Sinnessignale ergänzten Informationen verfügt. Dieser Instanz obläge es, das Geschehen im Körper und der Welt draußen zu interpretieren, daraus Schlüsse zu ziehen, Entscheidungen zu fällen und zukünftiges Handeln zu strukturieren. Die Ergebnisse der Hirnforschung widersprechen dieser so plausibel erscheinenden Vermutung. Sie verneinen die Existenz einer zentralen Instanz und zeichnen das Bild eines in hohem Maße distributiv organisierten Systems, in dem ständig eine Vielzahl sensorischer und exekutiver Prozesse parallel abläuft. Es wird diskutiert, auf welche Weise diese verteilten Funktionen sich selbst organisieren und so verbinden können, dass sie zu kohärenten Wahrnehmungen, Entscheidungen, Aktionen und bewussten Zuständen führen. Auf mögliche Parallelen zur Organisation von komplexen sozialen Systemen wird verwiesen...