Auditorium Netzwerk | Fachvorträge, Einführungen und Fortbildungen aus zahlreichen Wissenschafts- und Lebensbereichen, Bibliothek und Kultur-Archiv wertvollen Menschheitswissens

Herausgeber: Dipl. Päd. Bernd Ulrich

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Wie das Ungeheuerliche verstehen?

Michaela Huber

Michaela Huber: Wie das Ungeheuerliche verstehen?

Dissoziation verhindert Erkenntnis. Im Moment der höchsten Not schaltet unser Gehirn so um, dass wir unser Alltagsbewusstsein "retten " können vor dem, was dann an Unaushaltbarem geschieht. Gleichzeitig wird das Unaushaltbare in systematischen Fragmenten wie in Konservendosen getrennt vom normalerweise sofort einsetzenden Integrationsprozess aufbewahrt, wie beiseitegeschoben für Zeiten, in denen man zur Ruhe kommt.
Dieses weggeschobene, dennoch aber gespeicherte Wahrnehmungs- und Gedächtnismaterial ist gleichzeitig leicht triggerbar, weil das Gehirn einen Kohärenzdruck hat und getrennt Gehaltenes eigentlich zu viel Energie kostet.
Je länger die traumatogenen Ereignisse her sind, desto verwirrender können innere Erkenntnisprozesse sich anfühlen. Und vor allem: sie müssen verdaubar sein. Denn sie stellen das Alltagsbewusstsein vor große Herausforderungen, die eigene Biografie daraufhin zu überprüfen, ob das, was an dissoziiertem Material nach sinnhafter Einordnung drängt, tatsächlich Sinn macht. Besonders bei "Erinnerungen " an Gewalterfahrungen stellen sich viele Fragen:
Ist das wirklich mir passiert? Wann und wo? Nur einmal oder öfter? Wann hat es angefangen und wann aufgehört? Weshalb wurde mir da angetan? Warum hat niemand geholfen? Wer hat davon gewusst? Wem kann ich noch vertrauen? Und auch die Therapeuten sind oft gefordert, in diesem Prozess Fragen zu beantworten: Glaube ich der KlientIn, dass das so stimmt, was sie jetzt zu erinnern glaubt? Passen ihre Symptome und ihre Schilderungen zueinander? Kann ein dissoziiertes Persönlichkeitssystem lernen, koordinierter zusammenzuwirken, um solche Fragen zu klären? Und vor allem: An der Symptomverbesserung lässt sich erkennen, ob die KlientIn eigene Wahrheiten gefunden hat - denn die Helfenden waren ja nicht dabei ...

Wie besprechen wir das Thema, ob uns, ob der KlientIn "Sinn" macht, was sie da an Gewalterfahrung zu erinnern glaubt?

Vortrag im Rahmen der DGTD-Tagung "Gewalt - Macht - Sinn" - Trauma, Dissoziation und Spiritualität, 05. - 06. Mai 2023 in Münster, ca. 30 Min. auf 1 CD oder 1 DVD oder als Sofortdownload (25 MB audio, 736 MB video)

Vortrag aus dem Jahr 2023, aufgenommen in Münster

Sprache: Deutsch

 

Verfügbar in folgenden Formaten:

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Preis: ab 11,97 € *

Artikel-Nr. DGTD23-V1

 

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