Fachvorträge, Einführungen und Fortbildungen aus zahlreichen Wissenschafts- und Lebensbereichen, Bibliothek und Kultur-Archiv wertvollen Menschheitswissens
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Ein hypnosystemischer Blick auf Schmerz und Schmerztherapie
Ericksons genialer Vorschlag (1965), die leidvolle Erfahrung "Schmerz" als ein komplexes Konstrukt zu je einem Drittel aus gegenwärtigem Erleben, assoziativem Rückgriff auf die Vergangenheit (Gedächtnis) und einer entsprechenden Vorhersage auf eine wahrscheinliche Zukunft zu verstehen, führt zu vielfältigen (hypno-)therapeutischen Optionen.
Eine hypnosystemisch fundierte Kommunikation dient dazu, Suchprozesse anzuregen, was "stattdessen" sein soll. Für die Zusammenarbeit von Betroffenen und Behandelnden gilt es zu beachten, dass sie sehr verschiedene Perspektiven auf dasselbe ("Schmerz") haben: die Erfahrung (Kranksein) einerseits und die Erklärungen (Krankheit) andererseits.
Um chronische Schmerzen aktiv bewältigen, die Vergangenheit integrieren und die Zukunft ressourcenorientiert gestalten zu können, braucht es sowohl pathogenetisch kundiges, schmerztherapeutisches Interventionsdenken als auch salutogenetisch orientiertes Beziehungsdenken.
Für die Betroffenen existiert keine Trennung zwischen objektiv nachweisbaren (oder auch nicht!) Ursachen und leidvoller Erfahrung. Eine hypnosystemisch fundierte Kommunikation ermöglicht, typische und häufige Schwierigkeiten und Konflikte bei der Behandlung chronischer Schmerzen zu verstehen und zu überwinden, um gemeinsam sowohl objektiv angemessene als auch subjektiv zufriedenstellende Therapieziele ermitteln und erreichen zu können. Für die Betroffenen ist das Erleben (Kranksein) entscheidend und maßgeblich für die Beurteilung von Erfolg oder Misserfolg aller Behandlungsmaßnahmen. Die Behandelnden fokussieren auf messbare Veränderungen der Symptome (Krankheit).
PatientInnen als ExpertInnen für die individuelle Beurteilung der Bedeutung erzielbarer Veränderungen und TherapeutInnen als ExpertInnen für objektiv angemessene Interventionen sollten "in Resonanz" (Ebell 2017) zusammenarbeiten. Pragmatisches Kernelement der Kooperation ist eine Umorientierung von Vermeidungszielen "weniger bzw. keine Schmerzen" auf Annäherungsziele "was soll stattdessen sein".
Vortrag im Rahmen der 5. Hypnosystemischen Tagung der IEF "Scham-los & Würde-voll Selbstwirksamkeit erleben", 20. - 22. Juni 2025, Zürich, ca. 47 Min. auf 1 CD oder 1 DVD oder als Sofortdownload (43 MB audio, 822 MB Video).
Vortrag aus dem Jahr 2025, aufgenommen in Zürich
Sprache: Deutsch
Verfügbar in folgenden Formaten:
Download: Video Download: Audio CD DVD
Alle Artikel von Hansjörg Ebell
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