Fachvorträge, Einführungen und Fortbildungen aus zahlreichen Wissenschafts- und Lebensbereichen, Bibliothek und Kultur-Archiv wertvollen Menschheitswissens
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"Muss man zu Sterbenden gehen, um Leben zu erfahren?“ - Das Sterben als Aussage über das Leben. Diese Erfahrung ermutigte die Musik- und Psychotherapeutin Monika Renz mehr über Leben und Sterben, insbesondere das Innenleben Sterbender und den Sterbeprozess, zu erfahren. Es entstanden zwei Forschungsprojekte am Kantonsspital St. Gallen mit dem Titel „Zeugnisse Sterbender“ und „Grenzerfahrung Gott“.
In diesem Vortrag stellt sie Protokolle Ihrer Arbeit als Sterbebegleiterin und in der Angehörigenbetreuung vor, und verdeutlicht die große Chance einer sachkundigen und zugleich emphatischen Sterbebegleitung.
Anhand eindrücklicher Erfahrungsberichte mit Sterbenden zeigt Renz charakteristische Verhaltensweisen und Phasenabläufe bei Sterbeprozessen. Sie lässt uns teilhaben an der Innenwelt Sterbender, ihren Nöten und Visionen. Dennoch bleiben die Würde des Einzelnen und das Einmalige, das jedem Sterben innewohnt stets im Vordergrund.
Mit großer Klarheit, Sachverstand und Wärme versteht sie es Angehörige durch den Sterbeprozess hindurch zu führen.
Sie gibt konkrete „Übersetzungshilfen“, die den Angehörigen helfen, die Sprache Sterbender zu verstehen und mit ihnen noch in Grenzzuständen zu kommunizieren.
Ihr Vortrag ist in drei Themenschwerpunkte gegliedert:
1.) Kommunikation am Sterbebett
Je wahrer unsere Begegnungen sind, umso freier die Atmosphäre. Sterben in tiefer Menschlichkeit wird möglich, wenn man sich selbst als Begleitender radikal in die Beziehung zum Sterbenden einlässt.
2.) Todesnähe als Übergang und Grenzbereich
Die Präsens im Eigenen, die Identität im Ich geht im Sterbeprozess verloren. Es vollzieht sich vielmehr eine Wandlung, ein Übergang vom Festhalten zur Hingabe, vom Kampf zur Erfahrung von Freiheit, eine Öffnung hin zu Friede und neuer Identität.
3.) Reifung geschieht lebenslang
Der Tod als letzte Aussage. Im Sterbeprozess herrscht eine andere Stimmung jenseits von Zeit. Dadurch können letzte Reifungsschritte bewusster und intensiver vollzogen werden. Für den Sterbenden öffnen sich Räume, in denen ein erfülltes Sterben möglich wird.
Renz rührt in ihrem Vortrag an letzte Sinn- und Wertfragen, und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Humanisierung der Gesellschaft und zur Diskussion der Sterbehilfe.
Vortrag aus dem Jahr 2007, aufgenommen in Garmisch-Partenkirchen
Sprache: Deutsch
Verfügbar in folgenden Formaten:
Download: Video Download: Audio CD DVD
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