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Herausgeber: Dipl. Päd. Bernd Ulrich

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Partnerschaft und Resilienz / Commitment in der Partnerschaft - zwei Vorträge

Guy Bodenmann

Guy Bodenmann: Partnerschaft und Resilienz / Commitment in der Partnerschaft - zwei Vorträge

Partnerschaft und Resilienz - Gemeinsame Bewältigung von Krankheiten
Nur bereits in einer Partnerschaft zu sein hat positive Auswirkungen auf das körperliche und psychische Befinden und die Langlebigkeit von Menschen. Wenn die Beziehung zudem glücklich ist, erhöht sich der Nutzen der Partnerschaft nochmals. Eine glückliche Partnerschaft ist eine der wichtigen Voraussetzungen für Gesundheit und Wohlbefinden. Eine unglückliche, konflikthafte Beziehung stellt auf der anderen Seite einen beachtlichen Risikofaktor für verschiedene Krankheiten dar, da der chronische Partnerschaftsstress das Immunsystem schädigt.
Warum die Partnerschaft für die Gesundheit so wichtig ist, hängt mit der Interdependenz der Partner zusammen. Studien zeigen, dass das Befinden des einen sehr stark vom Befinden des anderen abhängt und dass es einem in einer Beziehung nur so gut gehen kann, wie es beiden gut geht. Im Zusammenhang mit der Bewältigung von Krankheiten spielt diese Interdependenz eine grosse Rolle. Nicht nur weil beide von der Krankheit betroffen sind und darunter leiden, sondern auch, weil sie gemeinsam Ressourcen mobilisieren können, um den Heilungsprozess zu fördern und das Paar als Einheit gegen die Krankheit kämpfen kann.
Mit dem Begriff der "We-Disease" wird ausgedrückt, dass Krankheiten wie Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes oder andere schwere und chronische Krankheiten nicht individuelle Krankheiten sein, welche nur den Patienten betreffen, sondern beider Partner Leben verändern, beide in hohem Masse als gemeinsames Problem betreffen und damit auch beide aufgefordert sind, zusammen als Paar den Anforderungen zu begegnen. Dieses Konzept hat für die Praxis Implikationen. So sollte der Partner eines Patienten (mit psychischer Störung oder somatischer Erkrankung) nicht nur als mögliche Unterstützungsressource gesehen und dazu aufgefordert werden, den Genesungsprozess des Patienten positiv zu unterstützen, im Sinne, dass der Gesunde dem Kranken hilft. "We-Disease" meint, dass beide als Leidende gesehen werden, dass aber auch beide (trotz Krankheit) Ressourcen haben, die sie gemeinsam nutzen sollen, um zusammen den schwierigen Weg zu gehen. Durch das gemeinsame Tragen der Last wird der Unterstützende nicht ausgebrannt und durch die Situation überfordert und der Patient sich nicht überflüssig, nutzlos, als Bürde vorkommen, sondern beide bündeln ihre Kräfte und tragen das Schwere gemeinsam. Studien zur gemeinsamen Stressbewältigung (dyadisches Coping) zeigen, dass die Paare, welche Krankheiten gemeinsam zu bewältigen versuchen, eine bessere Befindlichkeit und höhere Partnerschaftszufriedenheit im zeitlichen Verlauf aufweisen.

Wie man die Liebe erhält - Die Rolle von Commitment in der Partnerschaft
Die meisten Menschen suchen eine romantische Liebe, wollen Leidenschaft und Geborgenheit in ihrer Partnerschaft erfahren und wünschen sich trotz der hohen Scheidungsrate eine lebenslange, tragfähige und glückliche Beziehung. Neuere Untersuchungen zeigen, dass dieser Wunsch nach wie vor ungebrochen vorhanden ist, dass die Lebensabschnittpartnerschaften zwar eine Realität sind, jedoch nicht dem Wunsch nach Bindung und Beständigkeit entsprechen.
Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, was es braucht, um eine lange, glückliche Beziehung zu führen. Studien zeigen, dass weder die Schönheit der Partner, noch deren Intelligenz, Status, Reichtum oder andere attraktive Persönlichkeitseigenschaften für den Beziehungserfolg relevant sind. Diese Eigenschaften erleichtern zwar die Partnerwahl, doch tragen sie zur Beständigkeit der Partnerschaft nichts bei. Es sind vielmehr Kompetenzen die ausschlaggebend sind. Die Art und Weise, wie sich die Partner im Alltag begegnen, wie liebevoll und fürsorglich sie zueinander sind, wie kompetent sie Konflikt lösen und wie sie im Alltag gemeinsam Sorgen und Stress bewältigen können.
Die Tatsache, dass sich jedoch rund ein Viertel der Paare scheiden lässt, die kaum dysfunktionale Konflikte haben und sich insgesamt als zufrieden bezeichnen, zeigt, dass Kompetenzen allein nicht ausreichen. Es braucht Commitment - das tägliche Engagement für die Partnerschaft, welche wie eine zarte Pflanze täglich gehegt und gepflegt werden muss. Innerhalb des Commitments wird das Alltagscommitment (das tägliche Bemühen um angenehme, wertschätzende und fürsorgliche Interaktionen mit dem Partner), das Regulationscommitment (das Bemühen bei Konflikten kompromissbereit, fair und lösungsorientiert sein zu wollen und sich um Deeskalation zu bemühen) sowie das Stresscommitment unterschieden. Letzteres bedeutet das Engagement für die Beziehung, wenn sie auf den Prüfstand gestellt wird, beispielsweise infolge einer schweren Krankheit des Partners, Arbeitslosigkeit oder Untreue. Commitment spielt eine Schlüsselrolle für die Dauerhaftigkeit von Beziehungen - nur wer sich um die Partnerschaft regelmässig und konsequent bemüht, kann die Liebe auf Dauer erhalten.

Vortrag vom 04. April 2018 an der Universität Zürich, ca. 96 Min. auf 2 CDs oder als Sofortdownload (107 MB audio)

Vortrags-Set aus dem Jahr 2018, aufgenommen in Zürich

Sprache: Deutsch

 

Verfügbar in folgenden Formaten:

   Download: Audio    CD

Preis: ab 12,79 € * ab 18,16 € *

Artikel-Nr. 3645

 

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