Fachvorträge, Einführungen und Fortbildungen aus zahlreichen Wissenschafts- und Lebensbereichen, Bibliothek und Kultur-Archiv wertvollen Menschheitswissens
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Von der Krise der Wiederholung in der Moderne
Die moderne Auffassung von Kultur erkennt in ihr den Geist, der Neues, Originelles und Einzigartiges wie aus dem Nichts hervorbringt. Als Hochstapler wird enttarnt, wer dieser Vorstellung nicht entspricht. Peter Sloterdijk zeigt jedoch, dass selbst die Künstler größter Kunstwerke sich offen auf alte Vorbilder beziehen. So findet die Renaissance in der Antike ihre Inspiration, und auch Thomas Mann gibt hinsichtlich seiner an der Bibel orientierten Meistererzählung "Joseph und seine Brüder" ganz offen geistigen Diebstahl zu. Sloterdijk zieht daraus den Schluss, dass der Erfolg von Kulturen sich am Willen zur Wiederholung misst, und geistiger Diebstahl nicht immer und nicht per se als etwas Negatives erfahren wurde. Aber wie ist das in Einklang mit den aktuellen Plagiatsdebatten zu bringen und den uns allen bekannten humanitären Katastrophen und Kriegen des 20. Jahrhunderts, die nicht danach schreien, wiederholt zu werden? Was zeichnet denn unsere heutige Kultur aus? Peter Sloterdijk folgt diesen Fragen quer durch die Kulturgeschichte. Laut Sloterdijk prägt uns heute mehr denn je die ironische Geste nicht ganz ernst gemeinter Handlungen, ob in den Medien, der Kunst oder der Literatur.
Der Hochstapler hat Hochkonjunktur.
swr2, Sendung vom 25.06.2012, Redaktion: Stephan Krass, Laufzeit ca. 53 Min. auf 1 CD oder als Sofortdownload (55 MB audio)
Als Sonderausgabe ausverkauft. Wird jetzt in unserer Auditoriumsausgabe geliefert. (Anderes Cover, gleicher Inhalt)
Vortrag aus dem Jahr 2012, aufgenommen in digital
Sprache: Deutsch
Verfügbar in folgenden Formaten:
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