Fachvorträge, Einführungen und Fortbildungen aus zahlreichen Wissenschafts- und Lebensbereichen, Bibliothek und Kultur-Archiv wertvollen Menschheitswissens
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Die erste Generation, um die es hier geht, ist die durch Niederlage, Gefangenschaft und Vertreibung traumatisierte Generation der Kriegsteilnehmer. Um diese Generation verstehen zu können, ist es unerlässlich, den äußeren und inneren Verlusten nachzugehen, die diese Menschen erlitten haben. Während die äußeren Verluste etwa durch ein Flüchtlingsschicksal offensichtlich waren, ist mit inneren Verlusten der Zusammenbruch persönlicher Werte durch deren mörderischen Missbrauch gemeint.
Die zweite Generation ist die "überschätzte" oder thymotische Generation der 68er. Sie versuchte, durch Pointierung (welt)erlösender Werte, durch Idealisierung der eigenen Ideologie, der eigenen Vorstellung von Liebe und von Erziehung die Wertverluste, die innere Leere und die veräußerlichten Anpassungsforderungen ihrer Elterngeneration auszugleichen. Und während diese thymotische Generation glaubte, befreite Kinder für eine freie Welt der Zukunft zu erziehen, beobachten Therapeuten, wie der thymotischen eine phobische Generation folgte. Die thymotische Generation überschätzte sich selbst, und sie wurde auch als Träger einer Kulturrevolution überschätzt. Thymos ist in der Philosophie Platons das mutvolle Element, der bewegende Glaube an die eigene Macht. Sein Gegenspieler ist Phobos, die Angst.
In der Psychologie sind persönliche Eigenschaften grundsätzlich ambivalent zu sehen, das heißt, auch das Gute schadet in der Übertreibung. Selbstüberschätzung ist in unserem Leben ebenso wohltuend und problematisch wie ängstliche Vermeidung. Im positiven Sinn ist die thymotische Haltung mutig, risikofreudig, sie traut sich etwas zu, rüttelt an der Macht. Im negativen Sinn setzt sie sich über Einwände und Ängste hinweg, respektiert die Verletzlichkeit eines Gegenübers nicht. Ähnlich ist auch die Angst eine wichtige Emotion, die uns unterstützen kann, in Sicherheit zu leben, während sie auf der anderen Seite Entwicklungen blockiert und kreative Möglichkeiten hemmt. Thymos und Phobos, selbstüberschätzender Mut und vermeidende Angst sind Polaritäten, zwischen denen sich das normale Selbstgefühl formiert.
Vortrag anlässlich der Jahrestagung der Milton-Erickson-Gesellschaft: "Krise, Angst und Tranceformation" vom 14.- 17. März 2013 in Bad Kissingen, ca. 34 Min. auf 1 CD oder 1 DVD oder als Sofortdownload (40 MB audio, 431 MB video)
Vortrag aus dem Jahr 2013, aufgenommen in Bad Kissingen
Sprache: Deutsch
Verfügbar in folgenden Formaten:
Download: Video Download: Audio
Auf Anfrage auch auf CD/DVD erhältlich (je nach Verfügbarkeit)
Alle Artikel von Wolfgang Schmidbauer
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