Artikelbeschreibung:
Empathie und Kooperation als Determinanten der menschlichen Evolution
Die menschliche Evolution ist nicht zu verstehen, wenn wir davon ausgehen, dass nur Kampf und Konkurrenz die Entwicklung des Menschen vorangetrieben haben. Peter Kropotkin, Stanley S. Diamond und vor kurzem Sarah Hrdy zeigen, dass Kooperation und Empathie die bestimmenden Faktoren unserer menschlichen Evolution sind. Um Licht ins Dunkel unserer Vorgeschichte zu bringen, müssen wir unser Augenmerk auf die Rolle der Mutter-Kind- Beziehungen im Evolutionsprozess richten. Hier finden sich die entscheidenden Einflüsse, die im Entwicklungsprozess des menschlichen Seins und Bewusstseins Form und Prägung gaben, und welche durch die Herausbildung von Herrschafts- und Besitztumsstrukturen grundsätzlich verändert wurde.
Prof. Dr. Arno Gruen wurde 1923 in Berlin geboren und emigrierte 1936 mit seinen Eltern in die USA. In New York studierte er Psychologie und promovierte 1961 als Psychoanalytiker bei Theodor Reik. Er übte zahlreiche Tätigkeiten an verschiedenen Universitäten und Kliniken aus, erst hatte er eine Forschungsprofessur in Neurologie an der medizinischen Fakultät der Cornell University und war Professor an der Rutgers Universität in New Jersey. Seit 1955 hat er eine psychotherapeutische Praxis und leitete dann die psychologische Abteilung einer Kinderklinik in Harlem. 1979 kehrte er nach Europa in die Schweiz zurück und lebt und arbeitet seitdem in Zürich, wo er noch immer als Psychoanalytiker praktiziert. Er hat regelmässig in zahlreichen Fachzeitschriften und Zeitungen publiziert und ist ein Vertreter der humanistischen Psychologie. In seinen vielen Veröffentlichungen beschäftigt sich Arno Gruen mit den psychologischen Ursachen für Gewalt und Fremdenhass und mit den Voraussetzungen für Autoritätsgläubigkeit und Demokratie. 2001 wurde Arno Gruen für sein Buch "Der Fremde in uns" mit dem Geschwister-Scholl-Preis, und 2010 für sein Gesamtwerk mit dem finnischen Loviisa Peace Prize ausgezeichnet. Weitere Bücher: "Der Verrat am Selbst", "Der Wahnsinn der Normalität", "Der Verlust des Mitgefühls", "Ein früher Abschied: Objektbeziehungen und psychosomatische Hintergründe beim plötzlichen Kindstod", "Der Kampf um die Demokratie", "Ich will eine Welt ohne Kriege".
Vortrag anlässlich der Changetagung vom 19. - 20. Januar 2012 an der Hochschule für soziale Arbeit, Basel, ca. 54 Min. auf 1 CD oder 1 DVD