Artikelbeschreibung:
Ein drängendes Problem besteht in unserer Republik darin, jene Eltern bzw. Mütter nach der Geburt eines Kindes zu unterstützen, die nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, um ihren Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Diese Familien sind oft vielfach belastet. Gleichzeitig tun sie sich schwer Hilfe anzunehmen. In einem dreischrittigen Vorgehen des Projekts „Keiner fällt durchs Netz“ wird ein Zugang zu den Familien sehr früh gefunden. Von den Teams auf den Geburtsstationen werden denjenigen Eltern Hebammen vermittelt, die sich nicht bereits aus eigener Initiative um Unterstützung durch eine Hebamme bemüht haben (Schritt 1). Ausgebildete Familienhebammen fördern dann die basalen elterlichen Kompetenzen (Schritt 2) – entweder in Elternkursen („Das Baby verstehen“) oder durch Hausbesuche mit einem erweiterten Konzept. Durch die Sensibilisierung in den Elternkursen können die hilfesuchenden Eltern gebunden werden und in einem weiteren Schritt (Schritt 3) an die bestehenden vom Gesetzgeber vorgehaltenen Hilfeeinrichtungen vermittelt werden. Das Projekt wird zur Zeit in Hessen und im gesamten Saarland als Modell durchgeführt.
(Kongress: "Gemeinsam Kindeswohl schützen" - Interventions- und Kooperationsmodelle, Heidelberg, 14./15. November 2008, Vortrag, 65 Minuten auf 1 CD oder 1 DVD)