Artikelbeschreibung:
Aktuelle Entwicklungen
Jugendliche in Zuwandererfamilien sehen sich erschwerten Bedingungen der Adoleszenzentwicklung gegenüber, da sie unter erhöhte Anforderungen an Komplexitätsbewältigung gestellt sind. Oft altersuntypische Aufgaben erfüllen zu müssen, kann ein Entwicklungsvorteil sein, sich aber auch entwicklungsbehindernd auswirken. Programme zur Vorbereitung von Kindern für ein Aufwachsen im euroamerikanischen Kulturkreis und psychotherapeutische Interventionen zentrieren sich auf - das Geben von Erklärungen und das Fördern von Individualisierungs und Internalisierungsprozessen
- frühe Bilingualität und Fähigkeit zum Code-Switching
- Förderung von "Kulturtechniken"
- kognitive Förderung und Stärkung verbaler Kompetenz
Die im Vortrag entwickelten diversen Identitätsformen in der Migration bilden mögliche Zielorientierungen für psychotherapeutische Interventionen, wobei die "kulturelle Identität" weitaus nicht immer bestimmend ist. Eine dazu in der Essener Feldstudie anhand türkeistämmiger Zuwandererkinder entwickelte Typologie wird an einzelnen Beispielen nachvollziehbar gemacht und um Typen aus anderen kulturellen Kontexten ergänzt. Die Interdependenz möglicher Identitätsformen mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wird anhand aktueller Daten verdeutlicht, ebenso die enorme Variationsbreite möglicher Entwicklungen in der Migration, die das Arbeiten mit Zuwandererkindern auch für die Arbeit mit Einheimischen bereichernd macht.
Aufgrund des zahlreichen Bildmaterials empfehlen wir diesen Vortrag auf DVD
(Kongress: "6. Psychotherapietage des Kindes- und Jugendalters" im Rahmen der 37. Langeooger Psychotherapiewoche, Langeoog, 16. - 21. Juni 2008, Vortrag, 91 Min., 2 CDs / 1 DVD)