Artikelbeschreibung:
Die Phase der Adoleszenz ist durch eine Reihe von konflikthaften Spannungen gekennzeichnet, die, eng miteinander verknüpft, im Selbsterleben auftreten. Dazu gehört
1. die Diskrepanz zwischen dem primären Leiberleben und dem zunehmend aus der Sicht der anderen wahrgenommenen Körper
2. die Spannung zwischen dem "Nicht-mehr" der Kindheit und dem "Noch-nicht" des Erwachsenseins, die aus der Entwicklung eines übergreifen den autobiographischen Selbstkonzepts resultiert; schließlich
3. die Spannung zwischen der Übernahme sozialer Rollen und dem Erfordernis der Individuation, also zwischen Außen- und Innenorientierung in der Ausformung der eigenen Identität.
Werden diese Spannungen nicht im Sinne von Entwicklungsaufgaben gelöst, so können sie krisenhaften Charakter annehmen und zu Selbstentfremdungen unterschiedlichen Schweregrades bzw. zu manifesten psychischen Störungen führen. Die anthropologischen Grundlagen solcher Krisen werden insbesondere anhand von Essstörungen und Borderline-Störungen dargestellt. Bezug nehmend auf soziologische Konzeptionen der Fragmentierung von Lebenswelten und wachsender Außenorientierung der Persönlichkeit wird darüber hinaus die These diskutiert, dass die Ausbildung einer kohärenten Identität heute zunehmenden, gesellschaftlich bedingten Schwierigkeiten begegnet.
Aufgrund des zahlreichen Bildmaterials empfehlen wir diesen Vortrag auf DVD
(Kongress: "6. Psychotherapietage des Kindes- und Jugendalters" im Rahmen der 37. Langeooger Psychotherapiewoche, Langeoog, 16. - 21. Juni 2008, Vortrag, 80 Min., 2 CDs / 1 DVD)