Artikelbeschreibung:
Mit der Kunst ist trotz eines Formwandels in der Moderne für die meisten Menschen noch immer die stille Sehnsucht nach dem Schönen verbunden; zudem soll sie unangestrengt Genuss bereiten, und ihre Bedeutungen sollen möglichst ohne hintergründige Erläuterungen unmittelbar zugänglich sein. Die Kunst der Gegenwart jedoch reflektiert Wirklichkeit durch das künstlerische Subjekt in radikaler Freiheit von Erkenntnis und Ausdrucksmitteln. Sie setzt daher auch ein eher distanzierend analytisches Rezeptionsverständnis voraus und fordert einen gänzlich anderen Begriff von Ästhetik heraus, der sich nicht mehr an das Schöne gebunden sieht.
Dieser Wandel des Selbstverständnisses der Kunst soll skizziert und zugleich daraufhin befragt werden, ob in gegenwärtiger Kunst so etwas wie Beseelung oder Seele noch einen Platz haben oder sich gar als konstitutiv für den künstlerischen Schaffensprozess erweisen können. Diese Frage stellt sich vornehmlich deswegen, weil für den herrschenden Wissenschaftsdiskurs eine Seele x in Unterscheidung zur Psyche - als nicht existent ausgewiesen wird.
Gibt es Wege, die Seele, wie sie selbstverständliche Wirklichkeit im Qigong ist, für die Deutung von Kunst einzubringen und für Wissenschaft im allgemeinen legitimierbar werden zu lassen?
(Kongress: World Qigong Congress, Basel (Schweiz), 07. - 09. September 2007, Vortrag, ca. 45 Min., 1 CD / 1 DVD)