Artikelbeschreibung:
Der bekannte Genforscher Prof. Dr. Friedrich Cramer fragt in diesem Vortrag: Was ist Weisheit? Kann man sie erlernen? Oder fällt sie einem vielmehr zu? Und was bedeutet Weisheit für eine Gesellschaft, die mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms ins Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit eingetreten ist?
Cramer verfolgt diese Fragen. Als Leitfaden dienen ihm Zitate großer griechischer Philosophen und Literaten sowie ausgewählte Gleichnisse aus dem Alten Testament. Und er erzählt auch von prägenden Begegnungen aus seinem Leben.
Im Zentrum seiner Betrachtungen steht vor allem die Wissenschaft. Um eine gültige Lebenswissenschaft betreiben zu können, müssen wir uns vom Gängelband der physikalischen Wissenschaften befreien. Wie unsere Zeit die Unweisheit fördert, zeigt Cramer am »Machertum« der Genforschung auf. Hier ist der Forschung das kluge Nachdenken und wissenschaftliches Fingerspitzengefühl entglitten. Denn Weisheit, so Cramer, ist hohes und souveränes Wissen, gepaart mit einem Hauch von liebevoller Irrationalität. Sie belehrt nicht sie stellt Fragen.
(51. Lindauer Psychotherapiewochen "Entwicklungschancen in Beziehungssystemen" - "Seele und Gehirn" vom 16. April – 27. April 2001 in Lindau, 1 CD, ca. 35 Min.)
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