Artikelbeschreibung:
Ringvorlesung der Goethe-Universität Frankfurt, 2009/10.
Wer sind die Deutschen? Antwort auf diese Frage geben nicht nur historische Darstellungen, sondern auch Biografien: Die Lebensgeschichten spiegeln die sozialen, politischen und kulturellen Verhältnisse ihrer Zeiten. Vorgestellt werden acht prominente Persönlichkeiten der Nachkriegszeit, die alle das Selbstverständnis und die Kollektivgeschichte der Deutschen prägten. Ihre Lebensläufe werden in dreifacher Hinsicht hinterfragt: Der Blick richtet sich auf Familie, auf Milieu sowie auf den beruflichen Werdegang der Vorgestellten. Dabei erfahren wir viel Überraschendes. Brüche, Widersprüchlichkeiten und Leistungen erscheinen im neuen Licht. - Prof. Dr. Tilman Allert: Die Geschwister Ratzinger. Leitlinien, Maßstäbe und familiengeschichtliche Verwurzelung von Papst Benedikt XVI. - Prof. Dr. Micha Brumlik: Hannah Arendt. Schicksal und Denken der Philosophin vor dem Hintergrund von Judentum und Nationalsozialismus. - Dr. Viola Hildebrand-Schat: Joseph Beuys. Die eigene Mythisierung des Künstlers, die Lebensgeschichte als Begründung für das Werk u.m. - Prof. Dr. Manfred Niekisch: Bernhard Grzimek. Zoo-Direktor, Fernsehmann und erster prominenter »Grüner« der Bundesrepublik. - Prof. Dr. Heiner Boehncke: Günter Grass. Moralist und Provokateur, intellektuelle Größe und lang verheimlichte Mitgliedschaft in der Waffen-SS. - Prof. Dr. Werner Plumpe: Friedrich Carl Duisberg. Eine ambivalente Persönlichkeit: Chemiker, NS-Unterstützer, moderner Unternehmer... - Ferdinand Zehentreiter: Wilhelm Furtwängler. Der Komponist: Opportunist, Handlanger des NS-Terrorregimes oder Widerständler? - Prof. Dr. Tilman Allert: Hildegard Knef. Einfluss der Sängerin auf die Selbstfindung der Nachkriegsgesellschaft, ihre Tabubrüche, ihre Selbstinszenierung.
(Vorlesung, Goethe-Universität Frankfurt, 2009/10, 685 Minuten auf 1 MP3-CD)
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