Artikelbeschreibung:
Vorlesung, gehalten an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Wintersemester 2008/2009.
Die Vorlesung behandelt ein philosophisches Grundproblem: die unterschiedlichen Konzeptionen des Mensch-Welt-Verhältnisses von der Antike bis zur Gegenwart. Zugleich vermittelt sie einen Überblick über wesentliche Positionen in der Geschichte der Philosophie.
Bereits in der Antike wurden zwei grundlegende Sichtweisen entwickelt: Besteht zwischen Mensch und Welt eine Übereinstimmung oder eine Diskrepanz? Ist der Mensch durch das Grundprinzip der Welt (Geist) bestimmt oder steht er auf seine ganz eigene Weise in der Welt? Erkennt der Mensch die Welt folglich wie sie ist oder kann er sich nur eine menschlich gedeutete Welt konstruieren?
Neuzeit und Moderne haben sich unter anderem im Gefolge der Kopernikanischen Entdeckungen für die letztere Variante entschieden. Es dominiert die anthropische Denkform, der zufolge in allem vom Menschen auszugehen und alles auf ihn zurückzuführen ist. Diderot proklamierte dieses Prinzip, Kant begründete es umfassend. Seitdem bewegt sich das moderne Denken in diesen engen Bahnen. Gibt es einen Ausweg aus dem anthropischen Modell der Moderne?
1: Einführung Antike Grundpositionen I
Kongruenz zwischen Mensch und Welt (ca. 85 Minuten)
2: Antike Grundpositionen II
Inkongruenz zwischen Mensch und Welt (ca. 85 Minuten)
3: Mittelalter und frühe Neuzeit (ca. 90 Minuten)
4: Die Kopernikanische Revolution und ihre Folgen
Die Linie der Noozentrik (ca. 90 Minuten)
5: Die anderen Folgen der Kopernikanischen Revolution
Die Linie der Exzentrik (ca. 84 Minuten)
6: Kants Grundlage der modernen Denkform I (ca. 82 Minuten)
7: Kants Grundlage der modernen Denkform II
Übergang zum Idealismus (ca. 86 Minuten)
8: Idealismus Überwindung oder Fortführung des anthropischen Prinzips der Moderne? (ca. 85 Minuten)
Prof. Dr. Wolfgang Welsch (*1946) lehrt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Theoretiker der Postmoderne. 1992 wurde Prof. Welsch mit dem Max-Planck-Forschungspreis ausgezeichnet. Gegenwärtig arbeitet er am Projekt einer konsequent evolutionistischen (die biologische wie die kulturelle Evolution umfassenden) Sicht des Menschen.
(Vorlesung, Friedrich-Schiller-Universit Jena, Wintersemester 2008/2009,
ca. 11 Stunden 20 Minuten auf 1 MP3-CD)
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