Artikelbeschreibung:
Neurobiologische Aspekte der Konfliktberatung
Ein Workshop für MediatorInnen, SupervisorInnen, und OrganisationsberaterInnen
Zielsetzung und Inhalte
In dem Workshop geht es darum, die neurobiologischen Hintergründe des Verhaltens im Konflikt und in mediativen Klärungsprozessen verstehen zu lernen. Sozialwissenschaftliche Modelle werden dabei um die naturwissenschaftliche Sicht der Neurobiologie ergänzt. Praktizierende MediatorInnen sollen dadurch zu einem tieferen Verständnis von Konfliktverhalten und mediativen Prozessen angeregt werden.Im Zentrum stehen drei Themenbereiche:
1. Seelische Mechanismen in Konflikten
- Wie kann das Einsetzen der Stressreaktion und die Verminderung der Selbststeuerungsfähigkeiten in Konfliktsituationen psychologisch und neurobiologisch verstanden werden?
- Wie können die seelischen Deformationen der Konfliktbeteiligten psychologisch und neurobiologisch verstanden werden?
- kognitive Verengungen im Wahrnehmen und Denken
- Empathieverlust, Angst und „emotionaler Aufruhr“
- Fixierungen des Wollens und der seelischen Strebungen
- Verhaltensstereotypen, frühkindliche Überlebensstrategien und Rollen
2. Selbststeuerung, emotionale und kognitive Prozesse in der Mediation
- Welche Rolle spielen Emotionen in der Mediation und was geschieht in emotionalen Klärungsprozessen psychisch und neurobiologisch?
- Wie hängen Emotionen mit dem Körpererleben und mit den Denkprozessen zusammen?
- Wie hängen Emotionen mit Bedürfnissen zusammen?
- Was geschieht bei der empathischen Einfühlung in andere Menschen?
- Was sind die psychologischen und neurobiologischen Grundlagen für mehrperspektivisches Wahrnehmen und Denken?
- Was geschieht beim Klären von Missverständnissen, beim Perspektivenwechsel sowie beim kreativen Suchen nach unterschiedlichen Handlungsoptionen in den Menschen?
- Was verändert sich psychisch und neurobiologisch in den Streitparteien, wenn sie in einer Mediation die Fähigkeiten zur Selbststeuerung und Selbstverantwortung wiedergewinnen, Entscheidungen treffen und gemeinsam Handlungen verabreden?
3. Systemische Prozesse in der Mediation
- Welche Erklärungsmodelle gibt es aus der Sozialpsychologie und der Neurobiologie für das Kraftfeld des Konfliktes mit seinen spezifischen Spannungszuständen und Atmosphären?
- Wie kann das dialogische Feld zwischen den Menschen beschrieben und verstanden werden, das sich in einer Mediation durch gegenseitiges Verstehen und empathische Einfühlung entwickelt?
- Welche Verstehensmodelle gibt es aus neurobiologischer Sicht für die starke Wirkung des mediativen Verfahrens und für die Katalysatorenfunktion des Mediators?
Diese drei Themenbereiche beschreiben das Feld, in dem wir uns in dem Seminar bewegen werden. Da es sich teilweise um neue Fragestellungen handelt, die bisher in der Forschung kaum bearbeitet worden sind, verstehen wir das Seminar als eine erste Erkundung.
(Seminar/Workshop, Zürich, 20. November 2009, 334 Minuten auf 6 CDs)
>> Die DVD ist als Jokers-Sonderausgabe erhältlich <<